Wichtige Rufnummern

NOTRUF RETTUNGSDIENST112

NOTRUF FEUERWEHR112

NOTRUF Polizei110

Krankentransport0681 19 222

Ärztlicher Bereitschaftsdienst116 117

Giftnotruf06841 19240

1. Notfalltag Saar 2016 – Eine Erfolgsgeschichte

29 Sep 2016

Am 17. September fand im Marienhaus Klinikum in Saarlouis zum ersten Mal ein notfallmedizinisches Symposium im Saarland als ganztägige Fortbildungsveranstaltung mit Fachvorträgen und Workshops für rettungsdienstliches Fachpersonal statt.

Auf Initiative der saarländischen Notarzteinsatzleiter wurde in Kooperation mit dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF), Marienhaus Klinikums Saarlouis und der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Notärzte (AGSWN) dieses Jahr zum ersten Mal eine Tagesveranstaltung in die bestehende Fortbildungsreihe integriert. Das Organisationsteam rund um Dr. Thomas Ihmann war gespannt, wie die Veranstaltung von den Rettungsfachkräften angenommen und abschließend beurteilt wird. Die 150 Plätze für Notärzte und rettungsdienstliches Fachpersonal waren jedenfalls schnell und frühzeitig ausgebucht.

Unter dem plakativen Titel „Noch nicht auf der Welt und schon in Not“ wurde die Vortragsreihe wurde von Dr. Philipp Lux eröffnet, der einen Überblick über mögliche Notfälle bei Schwangerschaft und Geburt gab. Zusammenfassend riet er in diesen seltenen Situationen zur richtigen Mischung von Aufmerksamkeit, Fachkenntnis und Gelassenheit. Anschließend referierte Dr. Thomas Schmitt über die Möglichkeiten der präklinischen Sonografie. Kleine und kompakte Ultraschall-Geräte können wichtige Erkenntnisse liefern, die möglicherweise in Zukunft auch dem Notarzt im Rettungsdienst helfen, wichtige taktische Entscheidungen zu treffen. Die unterschiedlichen Aufgaben der Fahrzeugbesatzungen bei einem Schadenereignis mit einer Vielzahl von Verletzten (MANV) war das Thema eines Fachvortrages von Peter Lorenz. In einer solchen -glücklicherweise nicht alltäglichen Situation- sollen zukünftig Taschenkarten helfen, den Überblick zu behalten.

Im weiteren Verlauf des Vormittages teilten sich die Zuhörer schließlich in Gruppen auf und besuchten die jeweils 30-minütigen Workshops. So zeigte die Feuerwehr Saarlouis im Außenbereich an einem Fahrzeugwrack ihre Leistungsfähigkeit und so mancher Teilnehmer konnte zum ersten Mal mit Schere und Spreizer selbst „Hand anlegen“ und ansatzweise nachvollziehen, welche Anforderungen hier gestellt werden. Im Schockraum des Marienhaus Klinikums wurde beim Workshop von einem Klinik-Team die Übergabe eines poly­traumatisierten Patienten durch den Rettungsdienst und die verschiedenen Handlungsstränge der klinischen Erstversorgung gezeigt. Wie bei einem Simulations-Teamtraining wurden auch kleine Fehler in der Kommunikation und deren mögliche Folgen thematisiert und zur Diskussion gestellt. An der dritten Station konnten alle Teilnehmer das standardisierte FAST-Schema als schnellen, aber präzise definierten und deswegen effektiven sonografischen Untersuchungs-Algorhythmus von Traumapatienten kennenlernen und an Freiwilligen selbst ausprobieren. Im vierten Workshop war die schnelle Sichtung von Notfallpatienten das Thema. Aus den 10 Patienten eines fiktiven Verkehrsunfalls, die durch fünf geschminkte Probanden und fünf Patientenkarten dargestellt wurden, sollten die Teilnehmer mit dem im Saarland etablierten Sichtungs­verfahren „PRIOR“ diejenigen herausfinden, die eine Transport- bzw. Behandlungspriorität haben.

 

Nach einer Pause fasste Dr. Susanne Schaller die verschiedenen Facetten von respiratorischen Notfällen im Kindesalter zusammen und zeigte Behandlungsoptionen des Rettungsdienstes auf. Aufbauend auf diesem Vortrag berichtete Privatdozent Dr. Konrad Schwarzkopf über die Möglichkeiten der Atemwegssicherung im Kindesalter. Anhand beeindruckender Beispiele wurde auch die Atemwegssicherung bei schwierigen anatomischen Verhältnissen thematisiert.

In einem Referat zur neuesten Gerätegeneration im saarländischen Rettungsdienst machte der ärztliche Leiter Rettungsdienst Dr. Thomas Schlechtriemen anschließend deutlich, wie umfassend der Funktionszugewinn von Defibrillator und Beatmungsgerät zwischenzeitlich ist und welche Bedeutung deswegen eine solide Einweisung hat. Direkt danach wurden alle neuen Geräte durch die Herstellerfirmen intensiv gezeigt und zahlreiche Fragen der Besucher beantwortet.

Den Abschluss der Vortragsreihe bildete Dr. David Sinclair, der als Notfallmediziner Patienten auf weltweiten Rückholflügen und Langstreckentransporten betreut und begleitet. Dabei wurden die zahlreichen medizinischen, aber auch logistischen Probleme beleuchtet, die oft erst auf den zweiten Blick erkennbar sind.

Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst Dr. Schlechtriemen und der Regionalbeauftrage der AGSWN Dr. Ihmann schlossen die Veranstaltung mit einem Dank an die zahlreichen Helfer und Mitstreiter, die diesen, für die Teilnehmer kostenlosen ersten Notfalltag Saar unterstützt hatten. Ebenso ist dem Marienhaus Klinikum Saarlouis und dem Chefarzt der Anästhesie Dr. Stefan Otto zu danken, dessen Gastfreundschaft und logistische Unterstützung die Umsetzung erst ermöglicht haben. Erste Rückmeldungen der Teilnehmer machten zudem Mut, die Fortsetzung des Notfalltages im Jahr 2017 anzustreben.

zurück