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Patientensichtung im MANV

Um eine strukturierte Versorgung und Behandlung der Patienten, auch unter den denkbar schlechten Bedingungen bei einem Großschadensereignis sicherzustellen, ist es notwendig, diese zunächst in verschiedene Verletzungskategorien einzuordnen. Gemäß dieser Zuordnung erfolgt ein sofortiger Transport, eine umgehende Behandlung oder eine spätere Versorgung. Die Sichtungskategorie SK1 (rot) umfasst Schwerverletzte mit lebensbedrohlichen Verletzungen, die sofort behandelt werden müssen, Sichtungskategorie SK2 (gelb) Schwerverletzte, deren Versorgung etwas Zeit hat und Sichtungskategorie SK3 (grün) Leichtverletzte, deren Versorgung zunächst hinter der Schwerverletztenversorgung etwas zurückstehen muss.

Mit der Rettungsdienstfortbildung 2016 wurde im saarländischen Rettungsdienst das Prinzip der nichtärztlichen Vorsichtung eingeführt. Dies bedeutete, dass noch vor dem Eintreffen eines Notarztes das Rettungsdienstpersonal mit der Priorisierung der Patienten beginnt, um so eine möglichst optimale Versorgung zu ermöglichen. Zum Einsatz kommt hierbei eine auf den saarländischen Rettungsdienst adaptierte Version des kürzlich von der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM) und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) entwickelten PRIOR ®. Das Ergebnis dieser Vorsichtung wird durch farbige Armbänder gekennzeichnet.

Im weiteren Verlauf eines Einsatzes erfolgt dann eine ärztliche Sichtung aller Patienten, deren Ergebnis sowie alle weiteren Eckdaten - wie Name, Alter und Verletzungen - auf einer Patientenanhängekarte vermerkt werden.

Nach Sichtung werden die Verletzten je nach medizinischer Notwendigkeit entweder zügig in ein Krankenhaus transportiert oder vor Ort an einem Behandlungsplatz (Zelt oder Gebäude) entsprechend ihrer Verletzungsschwere versorgt. Hierbei stehen für Schwerverletzte Intensivversorgungskapazitäten auch vor Ort zur Verfügung. Zu diesem Zweck werden seitens des ZRF spezielle Materialeinheiten (GW Rett) vorgehalten und weitere Einsatzkräfte und Materialreserven der Hilfsorganisationen eingebunden.

Patientenanhängekarte

Der saarländische Rettungsdienst verwendet bei einem MANV einheitlich die Patientenanhängekarten des DRK (02/2006). Damit dieses wichtige Instrument in vollem Umgang genutzt werden kann, wird in Lehrgängen der Umgang mit den Patienten­anhängekarten (PAK) geschult.

Die PAK besteht aus einem beschreibbaren Feld auf der Vorder- und Rückseite, einer Tasche mit farbiger Einsteckkarte im unteren Teil sowie einer großen Tasche im Inneren zwischen den Schriftfeldern. In dieser inneren Tasche befinden sich die Suchdienstkarte und können weitere Unterlagen ggf. eingesteckt werden.