Wichtige Rufnummern

NOTRUF RETTUNGSDIENST112

NOTRUF FEUERWEHR112

NOTRUF Polizei110

Krankentransport0681 19 222

Ärztlicher Bereitschaftsdienst116 117

Giftnotruf06841 19240

Was tun im Notfall?

Jeder Mensch, der Zeuge eines medizinischen Notfalls wird, kann durch sein entschiedenes Eingreifen und Handeln einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dass der körperliche Schaden so gering wie möglich bleibt.

Bei einem medizinischen Notfall ist zügiges und beherztes Eingreifen der Umstehenden bzw. der Zeugen des Notfalls entscheidend. Haben Sie keine Angst, Fehler zu machen, denn Erste Hilfe ist einfacher als man denkt. Zwar haben viele Menschen im Zuge des Führerschein-Erwerbs einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert, aber oft ist das schon sehr lange her. Deshalb haben wir die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen hier noch einmal zusammengefasst.

 

  • Sichern Sie, falls nötig, die Schadensstelle ab
  • Leisten Sie Erste Hilfe
  • Bitten Sie umstehende bzw. hinzukommende Personen hierbei zu helfen
  • Rufen Sie Hilfe herbei / setzen Sie einen Notruf ab

 

Erste Schritte bei einem Notfall

  • Notruf absetzen (Notruf 112)
    • Wo ist der Notfall passiert?
    • Was ist passiert?
    • Welche Art der Verletzung/Erkrankung?
    • Wieviele Personen sind betroffen?
    • Warten auf Rückfragen der Rettungsleitstelle!
  • Bleiben Sie bei dem Patienten und sprechen Sie ihm Mut und Trost zu
  • Achten Sie auf Veränderungen oder Einschränkungen der Atmung oder des Pulsschlages
  • Wenn möglich, Patienten hinlegen und zudecken

 

Poster Basismaßnahmen Wiederbelebung

Auffinden einer leblosen Person (Wiederbelebung)

1. Reaktion: Prüfen Sie ob die Person reagiert

Schütteln Sie den Betroffenen leicht an den Schultern und fragen Sie laut: "Ist alles in Ordnung?" Wenn er reagiert, lassen Sie ihn, wenn keine weitere Gefahr besteht, in der Lage, in der Sie ihn vorgefunden haben. Versuchen Sie herauszufinden, welches Problem vorliegt und holen Sie falls erforderlich Hilfe. Überprüfen Sie regelmäßig seinen Zustand.

2. Atemweg: Machen Sie die Atemwege frei

Legen Sie eine Hand auf seine Stirn und ziehen Sie seinen Kopf leicht nach hinten; Heben sie mit ihren Fingerspitzen das Kinn des Betroffenen an, um die Atemwege frei zu machen. Drehen Sie den Betroffenen auf den Rücken.

ERC Grafik Atemwege

3. Atmung: Kontrollieren Sie die Atmung durch Sehen, Hören und Fühlen

Während der ersten Minuten nach einem Kreislauf-Stillstand ist es möglich, dass ein Patient kaum atmet oder nur vereinzelte, langsame und geräuchvolle Atemzüge macht. Verwechseln Sie dies nicht mit normaler Atmung. Sehen, hören und fühlen Sie nicht länger als 10 s, um festzustellen, ob der Patient normal atmet. Wenn Sie irgendwelche Zweifel haben, ob die Atmung normal ist, dann handeln Sie so, als sei sie nicht normal und beginnen mit der Reanimation.

4. Reagiert der Patient nicht und atmet er nicht normal: Alarmieren Sie den Rettungsdienst

Wenn möglich, bitten Sie jemanden den Rettungsdienst anzurufen (112) sonst rufen Sie selbst an. Verlassen Sie den Patienten nur, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Schalten Sie ihr Telefon auf "Freisprechen", um leichter mit dem Leitstellendisponenten sprechen zu können.

5. Kreislauf: Beginnen Sie mit Thoraxkompressionen

Knien Sie sich neben den Patienten. Legen Sie den Ballen einer Hand auf die Mitte der Brust des Patienten (entspricht der unteren Hälfte des Brustbeins). Legen Sie den Ballen Ihrer anderen Hand auf die erste Hand. Verschränken Sie die Finger Ihrer Hände ineinander und vergewissern Sie sich, dass sie nicht auf die Rippen des Patienten drücken. Halten Sie die Arme gerade. Üben Sie keinerlei Druck auf den Oberbauch oder das untere Ende des Brustbeins aus. Bringen Sie ihre Schultern senkrecht über den Brustkorb des Patienten, und drücken Sie das Brustbein mindestens 5 cm (jedoch nicht mehr als 6 cm) nach unten. Entlasten Sie nach jeder Kompression vollständig den Brustkorb, ohne Kontakt zwischen ihren Händen und dem Brustbein zu verlieren. Wiederholen Sie dies mit einer Frequenz von 100-120/min.

ERC Grafik HLW

6. Thoraxkompressionen und Beatmung

Falls Sie trainiert und im Stande sind, zu beatmen: Kombinieren Sie Thoraxkompressionen und Beatmung. Machen Sie nach 30 Kompressionen die Atemwege durch Übertrecken des Halses und Anheben des Kinns wieder frei. Verschließen Sie mit Daumen und Zeigefinger Ihrer auf der Stirn liegenden Hand die Nase durch Zusammendrücken der weichen Nasenflügel. Lassen Sie zu, dass der Mund sich öffnet, aber heben Sie weiterhin das Kinn an.  Atmen Sie normal ein, und legen Sie Ihre Lippen um den Mund des Patienten. Achten Sie dabei auf eine gute Abdichtung. Blasen Sie gleichmäßig in den Mund, während Sie beobachten, dass sich der Brustkorb wie bei der normalen Atmung in rund 1 s hebt: Dies ist eine effektive Beatmung.

Nehmen Sie  Ihren Mund von dem des Patienten, während Sie den Hals überstreckt und das Kinn angehoben halten, und beobachten Sie, wie sich der Brustkorb beim Entweichen der Luft senkt. Atmen Sie erneut normal ein, und blasen Sie noch einmal in den Mund des Patienten, um insgesamt 2 effektive Beatmungen zu erzielen. Unterbrechen Sie für zwei  Beatmungen die Kompressionen - nicht für mehr als 10 Sekunden. Legen Sie dann ohne Verzögerung Ihre Hände erneut auf die korrekte Stelle auf dem Brustbein, und führen Sie weitere 30 Thoraxkompressionen durch. Fahren Sie mit Thoraxkomressionen und Beatmungen im Verhältnis 30:2 fort.                 

Falls Sie nicht trainiert oder nicht im Stande sind zu beatmen: Führen Sie (nur) die Thoraxkompressionen d.h. die Herzdruckmassage durch (mit einer Frequenz von 100 - 120/min also ca. 2 x pro Sekunde).                                                    

 

7. Wenn der Patient nicht reagiert aber normal atmet

Sind Sie sicher, dass der Patient normal atmet, aber nicht reagiert, drehen Sie ihn in die stabile Seitenlage

ERC Grafik Seitenlage

Lagern Sie bewusstlose Personen mit einer erhaltenen Atmung in einer stabilen Seitenlage, damit Erbrochenes nicht in den Rachen gelangt und die Atmung möglich bleibt.

Der ERC empfiehlt folgenden Ablauf:

  • Knien Sie seitlich neben dem Patienten, und vergewissern Sie sich, dass beide Beine ausgestreckt sind.
  • Legen Sie den zugewanden Arm rechtwinkelig zum Körper, den Ellenbogen angewinkelt und mit der Handfläche nach oben.
  • Legen Sie den gegenüber liegenden Arm über den Brustkorb, und halten Sie den Handrücken gegen die Ihnen zugewandte Wange des Patienten.
  • Greifen Sie mit Ihrer anderen Hand das gegenüber liegende Bein knapp über dem Knie, und ziehen Sie es hoch, wobei der Fuß auf dem Boden bleibt.
  • Während Sie die Hand des Patienten weiterhin gegen die Wange gedrückt halten, ziehen Sie am entfernt liegenden Bein, um die Person auf die Seite zu rollen.
  • Richten Sie das obere Bein so aus, dass es in der Hüfte und am Knie jeweils rechtwinkelig gebeugt ist.
  • Überstrecken Sie den Hals vorsichtig in den Nacken, um sicherzustellen, dass die Atemwege frei bleiben.
  • Korrigieren Sie die Hand unter der Wange, wenn nötig, sodass der Nacken überstreckt bleibt und das Gesicht nach unten zeigt, um den Abfluss von Flüssigkeiten aus dem Mund zu ermöglichen.
  • Überprüfen Sie regelmäßig die Atmung.

 

Quelle: Guidelines for Resuscitation 2015

Umfassende Informationen und Erste-Hilfe-Kurse

Umfassende Informationen zu allen Erste-Hilfe-Maßnahmen finden Sie unter anderem auf den Internetseiten der Hilfsorganisationen. Auf diesen Seiten finden Sie auch Ansprechpartner für Informationen zu Erste-Hilfe-Kursen in Ihrer Umgebung.