Seit 2016 findet jährlich der „Notfalltag Saar“ als ganztägiges Symposium statt. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung und mit wechselnden Partnern aus den Bereichen der saarländischen Kliniken, den Notarztstandorten und der Rettungsdienstschule Saar in jeweils wechselnder Trägerschaft organisiert.
Nach der Begrüßung durch Prof. Sielenkämper und den saarländischen Innenminister Reinhold Jost startete der Fortbildungstag mit Fachvorträgen und Workshops.
Tele-Notarzt, Sonografie und Kompetenzen – Weiterentwicklung im Rettungsdienst
In einem Initialvortrag stellte der Ärztliche Leiter Rettungsdienst Dr. Schlechtriemen anschließend die technischen und medizinischen Neuerungen im saarländischen Rettungsdienst vor. Er gab einen Überblick über die ersten interessanten Erkenntnisse des Tele-Notarztsystems und über die ersten Erfahrungen zur Opiatgabe durch Notfallsanitäter. Als weitere Neuerung der zurückliegenden Monate wurden die kompakten Ultraschallgeräte, die im Einsatz mit dem Smartphone als Bildschirm gekoppelt werden benannt.
Interessante Vorträge
In den drei Vortragsabschnitten referierten die Chefärztin der ZNA Fr. Dr. Groenewold über das komplexe Handlungsfeld in einer ZNA und deren Bedeutung als zentrale Anlaufstelle. Ein weiterer Vortrag von Oberarzt Dr. Cartarius beschäftigte sich mit einem zurückliegenden Busunfall mit mehreren verletzten Kindern. Schließlich fasste Dr. Herzog in seinem Beitrag übersichtlich und strukturiert zusammen, welche medizinischen und einsatztaktischen Aspekte bei einer Narkose unter Notfallbedingungen zu beachten und zu berücksichtigen sind.
Spannende und lehrreiche Workshops
Mit einem beeindruckenden räumlichen und personellen Organisationsaufwand wurden den Teilnehmern parallel in Kleingruppen verschiedene Workshops und Praxisstationen angeboten. So konnte im Lord Zentrum für Medizinische Simulation gegenüber der Klinik in einer Art von Stationstraining die Anlage von Thoraxdrainagen an Tierpräparaten geübt werden. Zusätzlich standen Phantome für die Intubation mit Videolaryngoskopen unter schwierigen Bedingungen und einer speziellen Absaugtechnik, den versierten Umgang mit Perfusoren und der Anlage eines intra-ossären Zugang zur Verfügung.
In zwei weiteren Workshops wurde der Einsatz eines Tele-Notarztes demonstriert und die Indikationen, Anwendungsbeispiele und Möglichkeiten moderner präklinischer Beatmungsgeräte demonstriert.
Einen spannenden Aspekt der Entwicklungsmöglichkeiten im Rettungsdienst beleuchteten die Workshops rund um das Thema Sonografie im Rettungsdienst und deren Relevanz, Möglichkeiten, Indikationen, aber auch die Grenzen für die therapeutische Entscheidung. Die Zuhörer lernten, warum gerade im Rettungsdienst die Beschränkung auf „Points-of-Care-Ultraschall“ (POCUS) wichtig ist. Mit den gleichen Ultraschallgeräten, wie sie auch auf den Notarztfahrzeugen eingesetzt werden konnten die Teilnehmer sowohl an einem hochmodernen Simulator, als auch an freiwilligen „echten Patienten“ die Sonografie-Technik einsetzen und erste Erfahrungen sammeln.




